Vom Tanzboden zum Basketball-Court

Als Franz Dimmel 1867 die Idee eines Kaufmännischen Vereines von Graz nach Linz trug, hatte er eine Vision: die Gründung eines Vereines, der Weiterbildungsmöglichkeiten, eine Stellenvermittlung und Unterstützung für junge Kaufleute bieten sollte. 1868 wurden diese Grundsätze in den ersten Vereinsstatuten festgehalten. Im Laufe der Zeit entstand aus dem Kaufmännischen Verein (KV) und seinem Palais die erste Adresse für gesellschaftliche Anlässe in Linz. Zum 150. Vereinsjubiläum beauftragte der KV die Historiker von rubicom mit der Aufarbeitung seiner Geschichte.

Im Zuge der Recherchen sind nun spannende Anekdoten ans Licht gekommen. So wurde das Vereinshaus an der Linzer Landstraße nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs von amerikanischen Truppen genutzt. Im sogenannten American Red Cross Club konnten die US-Soldaten ihre Freizeit verbringen. Besonders interessant ist in diesem Zusammenhang, dass der große Saal im heutigen Palais Kaufmännischer Verein für diverse Ballspiele, wie zum Beispiel Basketball, genutzt wurde. Dass diese zweckentfremdete Verwendung dem empfindlichen Tanzboden nicht gerade zuträglich war, versteht sich wohl von selbst.

Basketball

Interessant war auch die Entdeckung des Festmenüs mit dem die Gäste bei der Eröffnung des Palais im Jahr 1898 verwöhnt wurden. (Das wiederentdeckte Menü diente übrigens als Inspiration des Buffets, dass im Rahmen des heurigen Jubiläumsempfangs serviert wird.) Wo wir schon beim Essen sind: Schon der sowjetische Ministerpräsident Nikita Chruschtschow zeigte sich, anlässlich eines festlichen Diners im Palais im Jahr 1960, angetan von den dort angebotenen Köstlichkeiten. Weshalb er schließlich auch die launige „Drohung“ aussprach, vielleicht doch länger in Linz zu bleiben.
Diese und zahlreiche weitere Geschichten sollen dem Leser in der in Arbeit befindlichen Publikation kurzweilig nähergebracht werden, ebenso wie die Herausforderungen mit denen der Verein im Laufe seiner Geschichte konfrontiert war.